Blick auf die Stadt Schwarzenberg
Die Bergstadt Schwarzenberg, auch "Perle des Erzgebirges" genannt, hat ihren Namenszusatz schon vor langer Zeit bekommen und wird ihm heute mehr denn je gerecht. In über 850 Jahren aufregender Geschichte gewachsen, steht Schwarzenberg mit seinen Wahrzeichen Schloss und Kirche St. Georgen für ein beliebtes Ausflugs- und Touristenziel, ist aber ebenso ein starker Wirtschaftsstandort.
Viele moderne und innovative Unternehmen prägen heute das Bild der Stadt. Die Geschichte des
Wirtschaftsstandortes Schwarzenberg mit den traditionellen Wurzeln
der Metallverarbeitung, des Gießereiwesens und der Papierherstellung reicht jedoch weit in die Vergangenheit zurück.
So stehen die Namen Karl Louis Krauß und Friedrich Emil Krauß für bedeutende Pionierleistungen im Bereich der Haushalttechnik. Mit mehr als 500 Patenten prägten Vater und Sohn die Industriegeschichte (u.a. Erfindung der feuerverzinkten Volksbadewanne, der Dampfwaschmaschine mit gelochter Trommel sowie der elektrischen Waschmaschine als Prototyp für die heute gängigen Waschmaschinen). Die heutige Firma CAWI Stanztechnik GmbH Schwarzenberg, die sich als zuverlässiger Partner bei der Fertigung von Stanzteilen sowie Schweiß- und Montagegruppen für den Fahrzeugbau auszeichnet, hat ihren Ursprung in den Krauss-Werken, die sich 1887 aus einer Klempnerwerkstatt entwickelt hatten.
Die zunehmende Spezialisierung der Maschinen-, Werkzeug- und Blechwarenhersteller Anfang des 19. Jahrhunderts in unserer Region trug dazu bei, diese Wirtschaftszweige wesentlich voranzutreiben. Im Bereich des Karosseriebaus entwickelte ein Schwarzenberger Unternehmen - die Erzgebirgische Schnittwerkzeug- und Maschinenfabrik (ESEM) - in dieser Zeit Grundprinzipien des Karosseriewerkzeugbaus und setzte zukunftsträchtige Trends. Daraus hervorgegangen ist nunmehr die KUKA Systems GmbH, einer der führenden Partner der internationalen Automobilindustrie.
Auch das Gießereiwesen vollzog eine über 600-jährige Entwicklung in und um Schwarzenberg. Aus einem der ältesten Hammerwerke entstanden, genießt die Eisenwerk Erla GmbH seit langer Zeit Weltruf und gehört seit 2009 einer indischen Firmengruppe an.
Ebenso fand der Industriezweig der Papierherstellung seit Mitte des 19. Jahrhunderts in der Wirtschaftsgeschichte der Stadt einen Platz. Entlang der Flussläufe entstanden damals u.a. Holzschleifereien und Pappenfabriken. Die Kartonagen Schwarzenberg GmbH ist aus einer Ende des 19. Jahrhunderts gegründeten Fabrik im Schwarzenberger Ortsteil Wildenau hervorgegangen. Heute arbeiten mehr als 100 Mitarbeiter in den Karton- und Kartonagenfertigung des bekannten Unternehmens. (Quellen: Katalog art-technica, Internetauftritte der Firmen)
Ebenso ist Schwarzenberg Vielen durch die
"Unbesetzte Zeit" 1945 und den damit verbundenen Mythen und Legenden ein Begriff. Das Gebiet um Schwarzenberg blieb vom 11. Mai 1945 an für den Zeitraum von gut sechs Wochen ein "Niemandsland", eine "unbesetzte Zone". Der Schriftsteller Stefan Heym schrieb Jahre später über diese geschichtliche Besonderheit einen Roman und seither haftet der Stadt die Legende einer "Republik Schwarzenberg" an. Die Künstlergruppe um Jörg Beier (Kunstzone) prägte den Begriff der "Freien Republik Schwarzenberg" und sieht dies als eine Fiktion für ihre Stadt. Seither bewegt sich die Geschichte zwischen Wirklichkeit und Fiktion, zwischen dem was war und dem, was hätte vielleicht einmal sein können.